Einfluss von BacoMind® auf die geistige Leistungsfähigkeit von älteren Personen

Inhaltsverzeichnis

In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurde die Wirkung von Bacopa monnieri (BacoMind®) auf die Gedächtnisleistung bei gesunden älteren Erwachsenen untersucht. Über 12 Wochen erhielten die Teilnehmer entweder 300 mg täglich Bacopa oder ein Placebo. Die Ergebnisse zeigten signifikante Verbesserungen in verbalen Lern- und Erinnerungsaufgaben, während visuelle Gedächtnisleistungen und subjektive Einschätzungen unbeeinflusst blieben. Häufigste Nebenwirkungen im Bacopa-Arm waren gastrointestinale Beschwerden.

Studienart

randomisierte, plazebokontrollierte Doppelblindstudie

Evidenzgrad

hoch

Anzahl Probanden

98

Erscheinungsjahr

2010

Referenz

J Altern Complement Med. 2010 Jul;16(7):753-9.

Erstautorin

Morgan A

PMID

20590480

Einleitung

Bacopa monnieri, auch bekannt als Brahmi, ist seit Jahrhunderten ein Bestandteil der ayurvedischen Medizin und wird dort zur Steigerung der Gedächtnisleistung eingesetzt. Präklinische Studien deuten auf cholinerge, antioxidative und adaptogene Wirkmechanismen hin. Die Hauptwirkstoffe, die sogenannten Bacoside, scheinen hierbei eine entscheidende Rolle zu spielen. Frühere klinische Untersuchungen bei Erwachsenen und älteren Menschen lieferten Hinweise auf eine Verbesserung von Gedächtnis und Lernfähigkeit, teilweise auch auf eine Reduktion von Stress- und Angstsymptomen. Die wissenschaftliche Evidenz legt zudem nahe, dass ein längerer Einnahmezeitraum notwendig ist, um diese Effekte sichtbar werden zu lassen. Ziel der hier vorgestellten Studie war es daher, diese Beobachtungen systematisch in einer klar definierten älteren Population zu überprüfen und sowohl Wirksamkeit als auch Verträglichkeit zu bewerten.

Materialien und Methoden

Die Untersuchung wurde als zwölfwöchige, randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie durchgeführt. Insgesamt wurden 98 gesunde Erwachsene im Alter von über 55 Jahren in Australien eingeschlossen. Von diesen beendeten 81 die Studie vollständig. Die Teilnehmer erhielten entweder einmal täglich 300 mg Bacopa monnieri-Extrakt (BacoMind™) oder ein identisch aussehendes Placebo.

Zur Beurteilung der kognitiven Leistungsfähigkeit kamen mehrere etablierte Testverfahren zum Einsatz. Der Rey Auditory Verbal Learning Test (AVLT) diente zur Überprüfung des verbalen Lernens und Erinnerns. Für das visuelle Gedächtnis wurde der Rey-Osterrieth Complex Figure Test (CFT) angewandt. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit sowie exekutive Funktionen wurden mit dem Trail Making Test (TMT) getestet. Ergänzend wurde mit dem Memory Complaint Questionnaire (MAC-Q) die subjektive Einschätzung des Gedächtnisses erhoben. Alle Erhebungen wurden zu Beginn der Studie und nach zwölf Wochen durchgeführt.

Resultate

Von den 136 interessierten Personen erfüllten 103 die Einschlusskriterien, 98 nahmen tatsächlich teil und 81 beendeten die Untersuchung. Die Analysen zeigten deutliche Unterschiede zwischen den Gruppen. Besonders im AVLT konnten signifikante Verbesserungen der verbalen Lernrate, des Gedächtniserwerbs und des verzögerten Abrufs festgestellt werden. Auch bei der retroaktiven Interferenz schnitt die Bacopa-Gruppe besser ab als die Placebo-Gruppe. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Bacopa vor allem beim Erlernen neuer Informationen und beim langfristigen Behalten dieser Inhalte wirksam ist.

Im Gegensatz dazu zeigten die Ergebnisse beim CFT, der visuelle Gedächtnisleistungen überprüft, sowie beim TMT, der Verarbeitungsgeschwindigkeit und exekutive Funktionen erfasst, keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Beide Gruppen verbesserten sich im Verlauf, was teilweise durch Übungseffekte erklärt werden kann. Auch beim subjektiven Gedächtnisempfinden, gemessen mit dem MAC-Q, berichteten sowohl die Bacopa- als auch die Placebo-Gruppe über Verbesserungen. Dies könnte auf Erwartungseffekte oder eine verstärkte Selbstbeobachtung während der Studienphase zurückzuführen sein.

Von den 98 Teilnehmenden schieden 17 Personen vorzeitig aus der Studie aus, wobei die meisten Abbrüche aus der Bacopa-Gruppe stammten. Gründe hierfür waren insbesondere Nebenwirkungen, aber auch individuelle Ereignisse wie Krankheit oder private Verpflichtungen. Die häufigsten Nebenwirkungen in der Bacopa-Gruppe waren gastrointestinale Beschwerden. Besonders auffällig war die erhöhte Stuhlfrequenz, ergänzt durch Symptome wie Übelkeit und Bauchkrämpfe. Diese Beschwerden traten deutlich häufiger auf als in der Placebo-Gruppe und führten bei einigen Probanden zum Abbruch der Teilnahme.

Diskussion

Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen die positiven Effekte von Bacopa monnieri auf das verbale Lernen und die Gedächtnisretention. Sie stehen im Einklang mit früheren Untersuchungen, die ebenfalls Verbesserungen in Gedächtnisleistungen bei längerfristiger Einnahme von Bacopa gezeigt haben. Bemerkenswert ist, dass sich die Vorteile vor allem im Bereich des verbalen Gedächtnisses manifestierten, während visuell-räumliche Gedächtnisleistungen und subjektive Einschätzungen nicht signifikant beeinflusst wurden. Dies deutet darauf hin, dass Bacopa selektiv auf bestimmte Gedächtnisprozesse wirkt.

Als Limitation ist zu nennen, dass es zu Beginn Unterschiede zwischen den Gruppen im visuellen Gedächtnistest (CFT) gab, die sich nicht vollständig erklären ließen. Auch mögliche Übungseffekte in wiederholten Testverfahren könnten die Ergebnisse beeinflusst haben. Darüber hinaus traten gastrointestinale Nebenwirkungen wie erhöhte Stuhlfrequenz, Übelkeit und Bauchkrämpfe deutlich häufiger in der Bacopa-Gruppe auf. Diese Effekte sind wahrscheinlich auf eine cholinerge Aktivierung oder die Saponin-Bestandteile des Extrakts zurückzuführen. Die Verträglichkeit ist damit ein relevanter Faktor für den praktischen Einsatz.

Besonders interessant ist die Übereinstimmung mit tierexperimentellen Befunden, die eine cholinerge Modulation und antioxidative Effekte nahelegen. Die beobachteten Nebenwirkungen passen ebenfalls zu einer verstärkten cholinergen Aktivität im Magen-Darm-Trakt. Daraus ergibt sich die Hypothese, dass die kognitiven Effekte von Bacopa zumindest teilweise über denselben Mechanismus vermittelt werden, der gleichzeitig die gastrointestinalen Symptome verursacht.

Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Frage der Dauer der Einnahme. Frühere Studien zeigten, dass kurzfristige Einnahme keine Effekte brachte, während eine längerfristige Gabe über mehrere Wochen erforderlich ist, um Gedächtnisverbesserungen zu erzielen. Die vorliegende Studie bestätigt dies und unterstreicht, dass Bacopa nicht als „schnell wirksames“ Mittel, sondern eher als längerfristige Ergänzung betrachtet werden sollte.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass Bacopa monnieri die Gedächtnisleistung älterer Menschen verbessern kann, jedoch eine Abwägung zwischen Nutzen und Nebenwirkungen erfolgen sollte. Für die Zukunft erscheint es vielversprechend, die Rolle von Bacopa in der Prävention oder Therapie neurodegenerativer Erkrankungen näher zu untersuchen.

Zusammenfassung

Diese Studie bestätigt die positiven Effekte von Bacopa monnieri auf verbale Lern- und Gedächtnisprozesse bei älteren Erwachsenen. Subjektive Einschätzungen sowie visuelle Gedächtnisleistungen profitierten hingegen nicht in gleichem Maße. Gastrointestinale Nebenwirkungen traten häufiger unter Bacopa auf, was die Verträglichkeit einschränken kann. Insgesamt stützen die Ergebnisse den traditionellen Einsatz der Pflanze zur Förderung der Gedächtnisleistung, deuten aber auch auf die Notwendigkeit einer sorgfältigen Abwägung zwischen Nutzen und Nebenwirkungen hin. Für die Zukunft wäre es sinnvoll, die Wirkung von Bacopa auch bei neurodegenerativen Erkrankungen gezielt zu untersuchen.

Ihre Fragen, unsere Antworten

BacoMind ist ein standardisierter Extrakt aus dem kleinen Fettblatt (Bacopa monnieri) dessen Wirksamkeit in klinischen Studien untersucht wurde.

In der betrachteten klinischen Studie konnte eine verbesserte geistige Leistungsfähigkeit durch die Anwendung eines standardisierten Bacopa Extraktes beobachtet werden, wenn das Präparat über einen Zeitraum von 12 Wochen genommen wurde. 

Setzen Sie nicht eigenständig eine bestehende Medikamententherapie ab und sprechen Sie immer über offene Punkte mit Ihrem behandelnden Arzt.

09.10.2025
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